
Gelungene Synthese aus Geschichte und zeitgenössischer Architektur: Ein Denkmalprojekt im Wandel
Ein denkmalgeschütztes Haus, vor Jahrhunderten zu einem verschachtelten Doppelhaus umgebaut, erlebt eine faszinierende Transformation. Der erste Hausteil, in den Händen einer renovierungswilligen Bauherrschaft, wurde durch Gespräche mit dem Mitbesitzer zum Ausgangspunkt für ein umfassendes Sanierungskonzept. Als die Komplexität des Projekts klar wurde, entschieden sich der Eigentümer des zweiten Anteils, das Objekt zu verkaufen - so konnte das Konzept nochmals gesamthaft neu überdacht werden und ermöglichte neue Lösungen.
Unterstützt vom Denkmalamt wurde eine Bauforschung durchgeführt, um die Geschichte des Hauses zu rekonstruieren. Das Kellergewölbe wird dem
15. Jhd. zugeschrieben und viele andere spannende Informationen resultierten daraus.
Das heterogene Bild, das sich dabei zeigte, inspirierte zu einem respektvollen Umgang mit der Substanz ohne jedoch den Istzustand für immer „einzufrieren“, sondern zu ergänzen und mit neuen
Teilen weiterzuformen.
Im desolaten nordseitigen Scheunenbereich wurde ein Ersatzneubau geschaffen. Hier entstanden zwei zweigeschossige Wohnungen und ein Atelier. Im Moment wird diese Zone als kleine Maßschneiderei mit Verkaufsfläche genutzt wodurch der halböffentliche Raum hin zum Gehsteig belebt wird und eine Aufwertung in der Nachbarschaft erfährt.
Eine Herausforderung der Wohnungen war die Belichtung und die schwierige Lage direkt im Kreuzungsbereich von zwei Straßen. Die ineinandergeschobenen zweigeschossigen Wohnungen vermögen diese Schwierigkeiten zu lösen.
So organisiert sich die untere Maisonette mit einem westseitigem Gartenanteil und darüberliegend der Schlafbereich mit zusätzlichem Balkon.
Die Dachgeschosswohnung als zweite Maisonette mit Schlafräumen in selbigem Zwischengeschoss und das großzügige Wohngeschoß in der dritten Ebene, mit einem beeindruckenden, lichtdurchfluteten
Großraum unter den Dachschrägen. Eine Dachterrasse für den Außenraum vervollständigt die Wohnung.
Eine mögliche Zukunftsoption ist die Erschließung mittels Lifts und der Zusammenschluss beider Wohnungen.
Die renovierte Wohnung südseitig am westseitigen Eingang überzeugt mit einer beheizten Vorzone, die thermische Probleme löst und gleichzeitig
einen lichtdurchfluteten Raum für Cafémomente schafft.
Die zweite Altbauwohnung steht noch in roher Form und wird in der nächsten Phase von den Erkenntnissen der ersten Renovierung profitieren – ein harmonisches Zusammenspiel aus Geschichte und
modernem Wohnkomfort mit der Besonderheit in einem angemessenen Budget was bei Denkmalschutz eine Herausforderung darstellt.
